Feierabend

Mein „kleiner“ Großcousin Patrick (richtig müsste es wohl Neffe 2. Grades heißen aber ich mag das „Groß“ in diesem Fall :D) war gestern bei mir zu Gast und ich konnte endlich mal wieder ein Szene aus dem „täglichen Leben“ fotografieren was wegen der ganzen Werbeknippserei in der letzten Zeit etwas zu kurz kam.
Gedankennotitz an mich; Tage mit 24 Stunden nerven…

Ich gelobe Besserung 🙂

Kleider machen keine Leute

Ganz im Vertrauen; ich hasse es Anzug & Krawatte tragen zu müssen.
Nennt mich altmodisch aber gerade wenn es um „Arbeitskleidung“ geht bin ich grundsätzlich jedem gegenüber skeptisch, der einen Anzug nur deshalb trägt um seriös zu wirken.
Beerdigungsunternehmer? Ok, da will ich nichts sagen.
Ober im Nobelrestaurant? Ja bitte.
Aber bei Banker, Staubsaugerdrücker oder Versicherungsopschnacker hört bei mir persönlich die Freundschaft auf.
Wie sagte Grafikkollege Achim gestern so treffend; „ Erfolg ist, keinen Anzug tragen zu müssen.“ Recht hat er.
Trotzdem besitze ich einen Anzug. Was red ich, sogar zwei. Auch wenn mir vom zweiten nur noch das Jackett passt. Und gelegentlich trage ich die sogar.
Zum Beispiel bei der Arbeit 😀
Ich weiß das es paradox klingt aber gelegentlich „muss“ ich, auch als seriöser Mensch, einen Anzug tragen.
Gottlob nur VOR der Kamera. 😉

Da die Werbefotografie (Stockfotografie) einen Großteil meiner Arbeit darstellt benötige ich ab und zu „jemanden im Anzug“, der mir Model steht.
Da ich meistens nur Körperteile benötige (man sieht halt nur nen Arm oder so) ist es einfacher und schneller wenn ich da selbst den „Geschäftsmann“ mime.
Gestern war es dann mal wieder so weit.
Zum Thema „Burn Out Syndrom“ und „Alkohol auf der Managementebene“ wollte ich gerne mit nem Anzugtypen Symbolfotos erstellen.
Also reingequält in den Fummelzwirn, Augen zu und durch.

Da die Grundidee vorher schon feststand; Burnout symbolisch dargestellt durch eine verlöschende Kerze und die Suffnase durch ne Buddel Köm war die abschliessende Bildbearbeitung relativ einfach. Die alte Grundregel bewahrheitet sich immer wieder; Vorbereitung ist die halbe Miete.
Warum ich das schreibe? Damit ihr euch nicht wundert warum ich auf dem Kopf so eine Art Vogelnest habe. 😀
Ihr dürft trotzdem gerne raten warum. 😉

PS: nicht alle die beruflich Geld verleihen, minderwertigen überteuerten Kram an der Haustür verticken oder versuchen jemanden fondsgebundene Lebensversicherungen mit suuuuper Rendite anzudrehen sind schlechte Menschen…… sagte mir mal jemand.
Ich lass das mal so stehen…..

Memento moriendum esse

Vanitas ist lateinisch und bedeutet „Eitelkeit“ und ist gleichbedeutend mit „vergänglich“ oder „wertlos“.
Vanitas-Motive dienten früher dazu, etwaigen Freigeistern bildlich die passende Gesinnung einzubläuen in dem sie an die Vergänglichkeit (des Lebens) erinnerten und dazu mahnten, dass es nutzlos sei im Leben nach Ruhm, Macht und schnöden Tand zu streben da spätestens auf der Totenbarre eh alles für die Katz ist.
Also immer fromm statt fröhlich leben…..bah wie langweilig….

Über Vanitas muss man nachdenken, man kann sogar darüber nachdenken weil es nicht besonders schwer ist.
Da gibt es nicht viele Ecken um welche man denken muss. 😉

Die Symbole im folgenden Bild stehen im Einzelnen für:
– verlöschende Kerze = verlöschendes Leben, das Ende
– Schädel = Tod, Vergänglichkeit alles irdenen
– Bibel = Frömmigkeit, Gottesfürchtigkeit aber auch Wert und Dauerhaftigkeit des geschriebenen Wortes
– Schmetterling = auf einem Tuch sitzend (und es vielleicht anhebt) als Zeichen der Wiederauferstehung oder des Neubeginns.
Ich persönlich mag den Bildaufbau von links nach rechts. Also von Geburt (Licht) über das Leben in den Tod (Schatten) zum Neubeginn.

Es gibt hunderte verschiedene Symbole in der Vanitas Malerei.
Seifenblasen, Spielwürfel, Musikinstrumente, Früchte, Lebensmittel allgemein, Fliegen, Eidechsen und so weiter.
Ich persönlich finde das Thema mega interessant und die Umsetzung, bzw. meine Interpretation von Vanitas ist mittlerweile ein liebgewonnener Teil meiner Arbeit.

Falls es euch einmal in ein Museum, in eine Gallerie verschlägt oder ihr schon immer mal wissen wolltet ob der olle Kunstdruck über dem Sofa von Oma Schlawotzki etwas bedeutet…. versucht euer Glück.
Es macht auch mal Spaß den Sinn hinter einem Bild zu ergründen. 🙂

Schön Wischi wischi machen…….

Man stelle sich das folgende Problem vor.
Ein Bilderrahmen soll bestückt werden.
Auf dem Antikmarkt gekauft, Handarbeit, Krummes Maß, 41cm x 46cm.
Das Bild, welches ich da rein haben möchte passt auflösungstechnisch nicht wirklich.
Die Aufnahme (eine Berberaffenfamilie die ihr Junges beschützt) stammt aus 2009 oder so und entsprang meiner damaligen Sony A100 mit 10 MP.
Natürlich würden die 10 MP für den Druck locker ausreichen aber das Foto ist auf handliche 2 MP gecroppt….also zugeschnitten und die Belichtung ist auch eher suboptimal. Ausreichend für ein paar Likes auf Facebook unzureichend für einen anständigen Druck.

Da ich dieses Bild aber wirklich gerne in meiner nächsten Ausstellung Ende August haben möchte entschloss ich mich zu etwas was man “ Smudge Painting“ nennt.
Vereinfacht ausgedrückt, das verwischen/verschmieren des gesamten Bildes. Stück für Stück.
Ähnlich wie in der klassischen Malerei mit einem Pinsel „malt“ man hier also das Bild neu. Nur eben auf Basis eines Fotos. Spaßige wenn auch langwierige und techniklastige Angelegenheit 😀
Das Schöne an der Sache ist aber, dass wirklich jeder Strich individuell ist.
Kein Photoshop Plugin, kein Skript, keine 08/15 Aktion nur reine Handarbeit 🙂

Und das Ergebnis läßt sich in einer vernünftigen Größe drucken. 🙂

Das fertige Bild findet ihr ebenfalls auf Facebook.

was nicht passt wird passend gemacht…..

Ich lösche grundsätzlich keine Fotos.
Auch wenn sie unbrauchbar und nichtssagend sind oder einfach nur nicht „zu mir“ passen.
Ja nennt mich ruhig einen Fotomessi 😉
In der heutigen Zeit kostet Speicherplatz, in Form von externen Festplatten, ein Appel und ein Ei so das es kaum einen Sinn ergibt, wenn man seinen Fotobestand ausmistet.
Selbst verwackelte oder unscharfe Aufnahmen erfüllen mitunter ihren Zweck. Und sei es nur als Textur oder als eine Art Random Light Source (ich schreib an anderer Stelle noch zu diesem Thema)

Das Ergebnis des folgenden Vorher/Nachher Vergleich besteht komplett aus Schnappschüssen die man eigentlich hätte löschen können, da sie für sich alleine betrachtet nichtssagend sind.
Ein Felsen am Boltenhagener Strand, ein Hund (Ayla) aufgenommen bei einem Sonnenaufgangshooting mit Fotokumpel Matthias an der Elbe, ein Fass, etwas Himmel, etwas Seegang, etwas verottetes Holz aus einem LostPlace.
Kombiniert man aber diese Einzelbilder erhält man mit etwas Glück ein Bild welches zu meinen persönlichen Lieblingsbildern des vergangenen Jahres zählt.
Ich nenne es „Hoffnung“.

Das Ergebnis findet ihr wie gewohnt auf meiner Website oder auf der Facebookfanseite.

junge Frau am Waschtisch

Eine besondere Herrausforderung für jeden Fotografen und Bildbarbeiter ist die Aktfotografie bzw. der verdeckte Akt.
Die Grenzen zwischen billig und bildschön sind oft fließend, die Bildaussage oftmals reißerisch und primitiv. Der Mensch, das Model reduziert auf die bloße Blöße wenn man so will.
Ich bin aus diesen Gründen eigentlich kein Freund von Aktfotos – eigentlich.
Trotzdem reitzt es wohl jeden Fotografen es zumindest einmal zu versuchen.
Gerade wenn man wie ich ein Faible für alte Gemälde und Stile hat.
Also hab ich mich getraut und es versucht.
Und ich bin sehr glücklich darüber.
Die Bilder mit meinem zauberhaften Model sind einfach der Hammer.

Ihr seht hier einen Vorher/Nachher Vergleich des Fotos „Junge Frau am Waschtisch“.
Es handelt sich hierbei wieder um ein Composing, eine Bildmontage.
Das Ergebnis findet ihr wie gewohnt auf meiner Website oder auf der Facebookfanseite.

Die Poetin

Kleiner Vorher/Nachher Vergleich meines Bildes „Die Poetin“.
Die Schwierigkeit hier war es eine natürliche und dem Sujet angemessene Lichtstimmung zu erzeugen.
Die ursprünglich blaue Farbe des Kleides fiel der künstlerischen Freiheit zum Opfer 😉

Das fertige Bild findet ihr ebenfalls auf meiner Facebookseite.